Diagnose

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HAUTTESTS BLUTTESTS

Heutzutage sind 20000 allergene Substanzen bekannt, die 15%-25% der Deutschen an einer allergischen Erkrankung leiden lassen.
Zu den häufigsten Allergieauslösern zählen unter anderem Pollen, Nahrungsmittel und Tierhaare.

Die allergologische Anamnese ist Grundlage und wichtigster Baustein der Allergiediagnostik.
Hierbei werden folgende Informationen abgeklärt:

  • Wann treten die Beschwerden auf? Saisonal? Tag oder Nachts?
  • Wann traten Sie das erste Mal auf?
  • Gibt es einen Zusammenhang mit einer Tätigkeiten (Sport, Arbeit)?
  • Wo? Draußen oder Drinnen? Wald, Stadt, Wiese? Arbeitsplatz?
  • Treten die Beschwerden nach bestimmten Mahlzeiten auf?
  • Allergiehäufigkeit innerhalb der Familie?
  • uvm.


Anhand der Informationen entscheidet der behandelnde Arzt über das weitere Vorgehen und welche Allergietests sinnvoll erscheinen.
Der Begriff „Allergietest“ ist recht irreführend, da nicht die Allergie selbst, sondern lediglich eine Sensibilisierung festgestellt wird.
Das Führen eines Patiententagebuchs erweist sich auf der Suche nach Nahrungsmittelallergenen oftmals als große Hilfe.

 

HAUTTESTS
Bei den bekannten Hauttests werden allergene Substanzen in die Haut gerieben, gestochen oder gespritzt

hauttest

Pricktest

Standardmethode zum Nachweis allergischer Reaktionen vom Soforttyp I (Pollen, Nahrungsmittel, Tierhaare, Hausstaubmilben).
Die Allergene werden in flüssiger Form, meist auf die Unterarminnenseiten getropft und anschließend vom Arzt eingestochen.
Leidet der Betroffene unter einer Allergie, bilden sich rote, juckende Quaddeln innerhalb von 15 – 20 Minuten.
Kann bereits bei Säuglingen und Kleinkindern angewandt werden.
Bei Nahrungsmittelallergien: Prick – to – Prick – Test.

 

Intrakutantest

  • Substanzen werden mit Injektionsnadel unter die Haut gestochen
  • Aufwendiger, dafür genauer als der Pricktest
  • Seltener Einsatz im Vergleich zum Pricktest

Scratchtest

  • Allergene werden mit Lanzette unter die Haut geritzt
  • Seltener Einsatz, da er weniger aussagekräftig ist

Epikutantest / Pflastertest

Zum Nachweis einer Kontaktallergie (verzögerte allergische Reaktion). Patient trägt für zwei Tage ein allergenbeschichtetes Pflaster.

 

BLUTTESTS
Diese sind notwendig, wenn Hauttests keine eindeutigen Ergebnisse erzielen oder nicht möglich sind.

bluttest

Spezifische IgE (sIgE) – Antikörper

Häufigste „In-vitro“ Untersuchung.
Untersucht werden spezifische IgE – Antikörper, die bei allergischen Reaktionen vom Soforttyp I eine entscheidende Rolle spielen.
Bei vielen häufigen Allergenen (u.a. Pollen, Tierhaare, Nahrungsmittel) genauso aussagekräftig wie Hauttest.

Gesamt – IgE

Unterstützt den sIgE – Test.
Als alleinige Testmethode nicht ausreichend.

Hierbei werden verdächtige Allergene direkt mit dem betroffenen Organ in Kontakt gebracht. Gilt als der „Goldstandard“ der Allergiediagnostik. Diese sind notwendig wenn es Unklarheiten zwischen Hauttests und/oder Bluttests und der eindeutigen Anamnese gibt oder um sicher nachzuweisen, dass spezifische Allergene eine tatsächliche Abwehrreaktion hervorrufen.

Nasale Provokation

Von diagnostischer Bedeutung bei Pollenallergie und Asthma bronchiale.
Verdächtiges Allergen wird auf die Nasenschleimhaut gebracht oder Patient atmet es direkt in Lunge ein.

Orale Provokation

  • Nachweis auf Überempfindlichkeitsreaktionen auf Nahrungsmittel oder Medikamente
  • Betroffener schluckt allergieauslösende Substanz
  • Im Anschluss werden Blutdruck, Blut und Urin sowie Lungenfunktion getestet

Da die allergischen Reaktionen teils heftiger als unter normalen Bedingungen ausfallen können, sollte eine Provokation nur unter der Aufsicht von allergologisch geschultem Personal stattfinden.